| Veranstaltung: | BUNDjugend BJV 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6 Anträge |
| Antragsteller*in: | AK Biodiversität |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 27.04.2026, 07:44 |
A3: Biologische Vielfalt global schützen
Antragstext
Die weltweite Biodiversitätskrise – der massive Rückgang der Vielfalt an Ökosystemen, Arten, genetischer Diversität und vielem mehr – geschieht schneller als je zuvor in der Geschichte der Menschheit und ist ein komplexes Problem, welches vielfältige und anpassungsfähige Lösungsansätze braucht.1 Der Schutz der Biodiversität auf diesem Planeten und die Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle Lebewesen darauf sind unser höchstes Anliegen. Wenn nicht zeitnah konkrete Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität ergriffen werden, wird sich das globale Massenartensterben2 exponentiell beschleunigen und ein Kollaps von Ökosystemen, der Grundlage allen Lebens auf der Erde, provoziert.3
Von Klimawandel über Landnutzungsänderungen bis hin zur Verdrängung lokaler durch invasive Arten sind die Treiber für die Biodiversitätskrise komplex und in ihrer Aktualität und ihrem Ausmaß anthropogenen Ursprungs.4 Das heißt aber auch, dass wir mit unserem Handeln dem entgegenwirken können und müssen!5
Keine Kommodifizierung von Biodiversität.
Biodiversität ist nicht mit Geld aufzuwiegen!
Aus anthropogener Sicht stellen natürliche Prozesse dem Menschen direkt sog. Ökosystemleistungen (Ecosystem Services, ES) zur Verfügung wie z.B. die Erhaltung der Qualität von Luft, Süßwasser und Böden oder die Bestäubung von Pflanzen. Darüber hinaus reguliert sie die Eigenschaften von Ökosystemen, also das Klima, Umweltkatastrophen und Schädlinge. Viele dieser Beiträge von Ökosystemen für die Menschen sind nur teilweise oder gar nicht ersetzbar und manche, wenn einmal verloren, nicht wiederherstellbar! Allein aus diesem Grund sind die Erhaltung, der Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität in verschiedenen Lebensräumen für die gesamte Menschheit von hoher Bedeutung. Jedoch liegt der Fokus der ES auf der anthropogenen Sicht von Leistungen der „Natur“ für den Menschen und deren ökonomischen Nutzen. Dieses Narrativ der Dienstleistung ist irreführend, sobald es dazu genutzt wird, Biodiversität ökonomisch zu bewerten.
Die Kommodifizierung von Biodiversität ist in vielerlei Hinsicht kritisch. Die Annahme, dass ökologische Güter durch monetäre Größen angemessen bewertet werden können, ist problematisch, da es sich um nicht-ersetzbare ökologische Zustände handelt. Fragwürdige Ansätze wie Biodiversity Credits beruhen auf der Annahme, dass Biodiversität verlustfrei quantifiziert, standardisiert und zwischen Orten austauschbar gemacht werden könne. Tatsächlich sind ökologische Beziehungen jedoch kontextgebunden, irreversibel und von so komplexem Charakter, dass sie bei weitem nicht umfassend verstanden sind. Biodiversity Credits drohen daher, Biodiversitätsschutz in ein Instrument der Marktlogik zu verwandeln, also die Möglichkeit zu schaffen Biodiversitätsverlust durch Geld auszugleichen, und damit reale Naturzerstörung zu legitimieren, statt sie zu verhindern.6 Es ist nicht möglich, den Verlust von Biodiversität an einem Ort durch die Schaffung oder den Schutz von Biodiversität an einem anderen Ort auszugleichen.
Menschen und „Natur“ sind nicht trennbar.
Kulturelle Beziehungen wertschätzen und fördern!
Die zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemleistungen, kurz IPBES erweitert die ES durch die „Beiträge der Natur zur menschlichen Existenz“ (eng.: Natures Contributions to People, NCP) – welche insbesondere die kulturellen und relationalen Werte der Mensch–Natur Beziehung im Fokus haben. Diese komplexe Interaktion ist wichtig, denn die vielen Arten wie der Mensch unseren Planeten beeinflusst zeigen: Unberührte „Natur“ fernab menschlicher Einflüsse gibt es nicht mehr7. Vor allem in Europa, wo der größte Teil der Landfläche von Kulturlandschaften bedeckt ist, also Landschaften, die sich in den letzten Jahrhunderten im Zusammenspiel mit der menschlichen Bevölkerung entwickelt haben.8 Dennoch verschärfen sich aktuell mit zunehmendem menschlichem Einfluss und Ressourcenverbrauch das Artensterben und der Biodiversitätsverlust schneller als je zuvor. Dies ist insbesondere die Folge angestrebter Wohlstandsideale im Kontext unseres extraktivistischen Wirtschaftssystems.9
Eine einfache Schlussfolgerung könnte daher lauten, dass dort, wo Menschen sind, „Natur“ nicht existieren kann – doch das ist zu einfach gedacht und lässt einen entscheidenden Faktor außer Acht: Der Mensch ist ein integraler Bestandteil des Ökosystems. Ziel ist also nicht jegliche Einflüsse der menschlichen Lebensweisen auf unsere Umwelt abzuschaffen, sondern ein dynamisches Zusammenspiel zu erreichen, bei dem die biologische Vielfalt mit kulturellen Errungenschaften wie medizinischem Fortschritt, Teilhabe und einer pluralistischen Gesellschaft zusammen realisiert werden können. Dies bedeutet auch erst durch das menschliche Schaffen mögliche Neue Ökosysteme (eng.: Novel Ecosystems) und deren Wert zu berücksichtigen.10
Die Gestaltung der Beziehung zwischen Menschen und Ökosystemen basiert grundlegend auf historisch gewachsenen komplexen kulturellen Lebensrealitäten.11 Um nachhaltige Lösungen für die Biodiversitätskrise zu entwickeln, ist es unerlässlich, die lokalen natürlichen Gegebenheiten sowie die sozialen und kulturellen Bedingungen zu berücksichtigen. Dabei sollten, dem aktuellen Bericht des IPBES12 folgend für die beste Chance auf Erfolg verschiedene Werte und Wissensformen wie Indigenes und lokales Wissen genauso wie wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden.
Junge Menschen mitentscheiden lassen!
Ein Zukunftsszenario, welches unsere Lebensgrundlagen und die der zukünftigen Generationen bedroht nehmen wir nicht hin! Bisherige Ziele zur Erhaltung der Biodiversität wurden von der Politik verfehlt und Maßnahmen greifen nicht weit genug.13 Wir müssen mit den Konsequenzen von heutigen Entscheidungen leben. Deshalb ist die Einbeziehung von jungen Menschen in alle Entscheidungsprozesse essenziell und ein Bewusstsein für die Dringlichkeit und Wichtigkeit der Biodiversitätskrise muss generationsübergreifend geschaffen werden.
Biodiversität endet nicht an Landesgrenzen.
Für eine grenzübergreifende Zusammenarbeit!
Die Umsetzung von Maßnahmen muss außerdem außerhalb von Ländergrenzen gedacht werden – wir erkennen die Gefahr, dass Naturschutz in Deutschland zur Verlagerung der negativen Auswirkungen in anderen Ländern führt, in denen Auflagen weniger streng sind14. Um das zu verhindern, muss Biodiversitätsschutz international und global gedacht werden. Auch um Wanderkorridore für Arten und Habitatkonnektivität zu schaffen ist eine multilaterale Zusammenarbeit Schlüssel zur Bekämpfung der Krise.15
Gesunder Planet – gesunde Bevölkerung
Biodiversität ist essenziell für unsere Gesundheit. Sie beeinflusst direkt und indirekt unser mentales und physisches Wohlbefinden.
Mit der Verdrängung von Arten und dem Vordringen der Menschen in immer neue Naturräume nehmen wir uns unsere eigenen Schutzmechanismen. Denn durch die Zerstörung von Lebensräumen und dem Rückgang der Biodiversität steigt beispielsweise das Potenzial von Zoonosen und neuen Infektionskrankheiten.16 Dabei wird oft eher an den Regenwald statt an die Lebensräume vor der eigenen Haustür gedacht.17 Doch auch in unserer unmittelbaren Umgebung kann der Verlust von Landschaftsräumen und Biodiversität negative Folgen haben und uns an Stellen treffen, an denen wir gar nicht damit rechnen: Eine hohe Vielfalt an Lebewesen hält unser (Grund-)Wasser sauber.18 Von der Zimmerpflanze über den moosbewachsenen Straßenbaum, bis hin zum Wald reguliert diese vielfältige Flora und Fauna das Klima in und um unsere Städte. Sie reinigen die Luft von Schadstoffen und halten krankheitsübertragende Tiere im Gleichgewicht. Gleichzeitig haben biodiverse, gesunde Ökosysteme auch noch eine Reihe positiver mentale Effekte, wie bspw. Stressabbau. Insgesamt schafft die Biodiversität also Resilienz aus vielen verschiedenen Bereichen heraus.
Dabei lässt sich die Rolle der Biodiversität für unsere Gesundheit nicht in einer einzelnen Messzahl erkennen, sondern es werden systemische Zusammenhänge in alle Lebensbereiche hinein deutlich. Deshalb ist uns wichtig, dass Biodiversität grundsätzlich nicht nur im Umweltschutz, sondern auch als Gesundheitsfaktor in politische Planungsprozesse einbezogen wird.
Klima- und Biodiversitätsschutz zusammendenken!
Mit dem Fortschreiten des Klimawandels geht kausal ein Einbruch der Biodiversität einher19 – und andersherum. Zugleich verstärkt die Biodiversitätskrise die Klimakrise20 unter anderem dadurch, dass weniger CO₂ gespeichert wird. Beide Krisen befinden sich damit in einem Feedback Loop, einem Teufelskreis. Sie bedingen sich gegenseitig und müssen daher gemeinsam angegangen werden21: Hohe Biodiversität kann sowohl die strukturelle Stabilität bestehender Ökosysteme erhalten als auch die funktionelle Resilienz sich transformierender Ökosysteme ermöglichen. Dies ist besonders wichtig angesichts der zunehmenden Belastungen durch die Klimakrise. Zugleich kommen Biodiversität und natürliche Anpassungsmechanismen allein nicht gegen den anthropogenen Klimawandel an22. Durch Biodiversitätsschutz können jedoch die negativen Auswirkungen der Klimakrise abgeschwächt werden23, da Biodiversität Folgen abfedern kann: Intakte und gesunde Ökosysteme sind widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen sowie Krisen und Extremwetter.
Für Prozessschutz und die Förderung intakter Ökosysteme!
Rewilding ist ein wichtiger Ansatz im Natur- und Biodiversitätsschutz. Dabei verstehen wir Rewilding nicht als den Versuch der Wiederherstellung eines bestimmten historischen Zustands, sondern als die Förderung dynamischer, sich selbst regulierender Ökosysteme. Im Zentrum steht für uns ein prozessbasierter Ansatz, der darauf abzielt, natürliche Wechselwirkungen wie Sukzession, Prädation und natürliche Störungen (Windwurf, Überschwemmungen, Brände) wieder zu ermöglichen. Durch die Stärkung dieser Prozesse können sich Ökosysteme langfristig eigenständig stabilisieren und an veränderte Umweltbedingungen anpassen.24
Ein zentrales Element von Rewilding ist die Wiederansiedlung von Schlüsselarten, deren ökologische Funktionen entscheidend für die Stabilität ganzer Systeme sind. Dazu zählen insbesondere große Prädatoren wie der Wolf, die als sogenannte Keystone Species gelten, die Biodiversität fördern und ökologische Gleichgewichte stärken.
Klimaanpassung durch intakte Ökosysteme.
Biodiversität als Teil der Lösung denken!
Es ist wichtig, dass bei allen Eingriffen des Menschen in die Ökosysteme, mit dem Ziel Biodiversität zu schützen, zunächst auf die eigene Kraft der Biodiversität gesetzt werden muss. Alle technischen Lösungen und Eingriffe in die Biodiversität stehen für uns nachrangig zu naturbasierten Lösungen (eng.: nature based solutions), also Maßnahmen, die natürliche Prozesse und Ökosysteme schützen, wiederherstellen oder nachhaltig nutzen. Insbesondere Biodiversität und (in Einklang mit lokalen Gegebenheiten verwaltete) naturbasierte Lösungen fördern sich gegenseitig und schaffen resiliente Ökosysteme - unsere beste Chance gegen die Klima- und Biodiversitätskrise25.
Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversitätskrise müssen zusammen adressiert werden. Dabei sollten Synergien genutzt werden, anstatt die Krisen gegeneinander aufzuwiegen. Wir fordern Maßnahmen, die sowohl zum Klimaschutz als auch zur biologischen Vielfalt beitragen. Problematisch sind hingegen große technische Eingriffe in Erdsysteme. Dazu gehören Technofixes, welche auf die Abschwächung des Treibhausgaseffekts durch technische Reduktion der Sonneneinstrahlung oder Entziehung von CO2 aus der Atmosphäre abzielt und große Risiken für die Schädigung von Ökosystemen birgt.26
Ansätze wie Solar Radiation Management, Ozeandüngung, der massive Anbau von Pflanzen zur Energieproduktion in Monokulturen (Energy Crops) und Aufforstung auf Kosten existierender, vielfältiger Ökosysteme haben negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.
Bisher sind die Effektivität, sowie unbeabsichtigte Auswirkungen von tiefgreifenden Eingriffen ins Klimasystem nicht realistisch absehbar. Grundlegend kritisieren wir an Technofixes, dass sie versuchen die Folgen der Klimakrise abzuwenden ohne dabei die Auslöser, wie eine auf fossilen Brennstoffen basierende Wirtschaft zu adressieren. Stattdessen erhalten sie diese Strukturen und führen dabei potenziell zu großen Schäden wie z.B. großflächigen Veränderungen des Klimas oder der Wasserqualität, was sich bis hin zu einem katastrophalen Ausmaß auf die Intaktheit von Ökosystemen und Biodiversität.
Lösungen müssen Ökosysteme intakt halten oder wiederherstellen und gleichzeitig deren Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel stärken. Ressourcen für technische Lösungen müssen zirkulär gedacht werden.
Arten müssen wandern können.
Für mehr Forschung und bessere Risikoanalysen!
Die Verdrängung von lokalen Arten durch invasive Arten stellt ein großes Problem dar27, um dies richtig zu erfassen sehen wir die Unterscheidung in sog. „archeophytische“ und „neophytische“ Arten kritisch, da diese Unterscheidung nicht zielführend ist28. Sinnvoller ist es, Arten nach ihren tatsächlichen ökologischen Auswirkungen zu bewerten statt nach ihrer Herkunft.29
Ökosysteme sind nicht statisch, sondern verändern sich dauerhaft, vor allem durch sich verändernde äußere Bedingungen. Durch die massive Veränderung des globalen Klimas wandeln sie sich aktuell noch rasanter: Um es also Arten zu ermöglichen an anderen Standorten zu überleben, sollten nicht-einheimische Arten nicht pauschal, sondern vor allem dann bekämpft werden, wenn diese invasive Eigenschaften aufweisen.
Wir erkennen an, dass, um Lebensräume an das sich durch menschliche Aktivitäten stark verändernde Klima anzupassen, Arten neue Lebensräume besiedeln und alte verlassen. Für gewisse Arten- und Genvarianten besteht möglicherweise durch eigene Migration keine Überlebenschance30. Insbesondere wenn Arten an Orten verschwinden, müssen wir vorbereitet sein, um Lebensräume vor Erosion oder der Übernahme durch invasive Arten zu schützen. Der Ansatz der unterstützten Migration von Arten (eng.: assisted migration) kann helfen, es gewissen Arten zu erleichtern, neue Lebensräume zu erschließen, welche sie nicht durch eigene Kraft erreichen können.31 Auch der Ansatz von unterstütztem genetischem Austausch (eng.: assisted gene flow) kann hier hilfreich sein, um Pflanzenarten an den Klimawandel anzupassen.32 Diese Vorgehen sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht, um allgemeine Empfehlungen auszusprechen. Daher ist jeder Eingriff durch eine umfassende Risikoanalyse sorgfältig zu prüfen und die Forschung zu unterstützen, um ausreichend Verständnis für die potenziellen Risiken zu erlangen.
Gentechnik muss einheitlich reguliert werden.
Gegen Patentrechte an Organismen!
Menschliche Eingriffe in die Genetik der Flora und Fauna können Ökosysteme und die biologische Vielfalt sind potenziell mit nicht abschätzbaren Risiken verbunden und sollten mit größter Vorsicht behandelt und als allerletztes Mittel im Kampf gegen die Biodiversitätskrise gelten.
Im Zuge der jüngsten Reformvorschläge zur Neuregulierung der „New Genomic Techniques“ (NGT) hatte die Europäische Kommission festgestellt, dass die bestehenden Regelungen nicht angemessen und daher zu überarbeiten sind.33
Es steht fest, dass für die ökologischen Effekte bestimmter Arten- und Allelvarianten nicht der Prozess der Entstehung relevant ist, sondern nur die konkrete (Epi-)Genetik selbst: Mithilfe derzeit GVO-regulierter Methoden (wie Genome Editing durch CRISPR-Cas9) können exakt identische Organismen (Genetische Zwillinge) geschaffen werden, wie sie auch unter „herkömmlichen“ Methoden der Kreuzung möglich sind (Züchtung und Mutagenese).34 Vor diesem Hintergrund ist die Ungleichbehandlung von Organismen aufgrund unterschiedlicher Methoden der Veränderung von Erbgut nicht zu rechtfertigen.35
Bei der Diskussion um die neue Gentechnik gilt es zu unterscheiden in Eingriffe in landwirtschaftlich genutzte Pflanzen und Eingriffe in Wildpflanzen sowie Tiere. Hinsichtlich landwirtschaftlich genutzter Pflanze können Methoden, wie die Genschere CRISPR-Cas9 allein zwar nicht die strukturellen Defizite des derzeitigen extraktivistischen Agrarsystems auflösen, dennoch können sie hier einen Teil der Lösung darstellen.36 Besonders muss darauf geachtet werden, dass genetisch modifizierte Pflanzen egal welcher Art, ob durch bisherige Methoden oder neue Gentechnik, keinen Patentrechten unterliegen dürfen37. Es gilt zu verhindern, dass sich einzelne Firmen Rechte an Saatgut sichern und damit die Ernährungssouveränität sowie den Schutz der Biodiversität durch marktwirtschaftliche Interessen gefährden.
Bei jeglicher Regulierung der neuen Gentechnik ist es insbesondere bei Wildpflanzen unumgänglich Risiken der Einbringung von genetisch modifizierten Organismen (GMO) mit einzubeziehen38. Das bedeutet, dass Organismen, unabhängig von der Herstellungsmethode, erst eingebracht werden dürfen, wenn sie keine Gefahr für das Ökosystem darstellen.39 Insbesondere Risiken wie „genetic Pollution“, vereinfacht gesagt, die Kreuzung von genetisch modifizierten Organismen mit anderen, birgt Risiken der Verarmung von Erbgut und der Invasivität von GMOs40. Wir fordern einen klaren Schutz insbesondere von Wildpflanzen vor Deregulierung, d.h. eine fallweise Risikoanalyse41 vor dem Freisetzen in Ökosysteme, konsistent mit dem Vorsorgeprinzip42.
Eine Neuregelung der aktuellen Gesetzgebung muss dabei aber neben dem logischen Umgang mit den verschiedenen Technologien43 vor allem den Rahmen vorgeben und dabei ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen und differenzierte Einzelfallentscheidungen beinhalten. Zudem sollte ein großflächiges Bildungs- und Aufklärungsprogramm vorbereitend und begleitend zur Neuregulierung realisiert werden.44
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3 MacDougall u. a. 2013; Rowland u. a. 2025
4 Jaureguiberry u. a. 2022; Shaw u. a. 2025
5 Lyon u. a. 2026
6 Aide 2024; Paleari 2024; Law 2025
7 Ellis u. a. 2021
8 Boivin u. a. 2016; Tieskens u. a. 2017
9 Spangenberg 2022a; Chagnon u. a. 2022; Spangenberg 2022b; Dunlap 2023; Dorn – Huber 2023; Veltmeyer – Ezquerro-Cañete 2023; Magalhães Teixeira – Nicoson 2024; Dunlap u. a. 2024; Hanaček u. a. 2024; Tittor 2026; Best – Spangenberg 2026
10 Alexandra 2022; Santana 2022; Chmura u. a. 2022; Mutillod u. a. 2024; Kerr u. a. 2026
11 Meier 2009; Clement – Cassino 2018; Best – Merkl 2026
12 IPBES 2019
13 Beaudoin u. a. 2026
14 Kallio – Rannestad 2025
15 Sennett – Chambers 2025; Naidoo u. a. 2025
16 Keesing – Ostfeld 2021
17 Eylering u. a. 2025
18 Kelly u. a. 2026
19 Zhou u. a. 2025
20 Montràs-Janer u. a. 2024
21 Giglio u. a. 2025
22 Trisos u. a. 2020
23 Hirata u. a. 2024; Mengzhi u. a. 2025 Ghaedi u. a. 2026;
24 Selwyn u. a. 2025
25 Ghaedi u. a. 2026
26 Lee u. a. 2021; Trisos u. a. 2018
27 Linders u. a. 2019; Widmer u. a. 2026
28 Davis u. a. 2011; Hill – Hadly 2018; Bellini u. a. 2024; Reeb – Heberling 2025
29 Davis u. a. 2011; Buckley – Catford 2016; McInerney u. a. 2021; Vermeulen u. a. 2025; Figueroa u. a. 2026
30 Klöser 2023; Martin u. a. 2023; Clark-Wolf u. a. 2024; Kamal u.a. 2025
31 Gömöry u. a. 2020; Klöser 2023;Xu – Prescott 2024; Chludil u. a. 2025; Gardner – Bullock 2025; Szamosvári u. a. 2025; Van Meerbeek u. a. 2025
32 Chen u. a. 2022; Grummer u. a. 2022; Macadam u. a. 2025
33 Laaninen 2021
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37 Simon u. a. 2018
38 Giese 2021
39 Bauer-Panskus u. a. 2020
40 Theodoropoulos u. a. 2025
41 Noack u. a. 2024
42 Tielbörger 2023
43Mundorf u. a. 2025
44 Paarlberg 2023
